Building Information Modeling Glossar

ALLPLAN BIM Glossar: Begriffe H bis J

Hier erfahren Sie alles zu Themen wie "IAI", "IDM (InformationDeliveryMenu)" und "IFC Subset"

 

Fachbegriffe von H bis J

IAI

Die Internationale Allianz für Interoperabilität ist eine 1994 von führenden Software-Herstellern ins Leben gerufene Initiative mit dem Ziel, ein offenes und plattformunabhängiges Datenmodell zu schaffen, mit dem sich der Lebenszyklus eines Gebäudes nachbilden lässt. Durch die Definition bestimmter Standards und Vorgaben für die Datenstruktur soll dabei die Anbindung einer größtmöglichen Anzahl von Applikationen erreicht werden. Die ursprünglich unter dem Namen Industry Alliance for Interoperability gegründete Initiative verstand sich von Anfang an als ein für jedermann offenes Konsortium und wurde 1997 in International Alliance for Interoperability umbenannt. Eine erneute Namensänderung gab es 2005; seither firmiert der Zusammenschluss unter der Bezeichnung buildingSMART.


IDM (InformationDeliveryMenu)

Eng verbunden mit den IFC View- oder Subset-Definitionen ist die hierzu gehörige Beschreibung, das so genannte „InformationDeliveryManual“ (IDM). Dabei gibt es zu jedem Subset ein eigenes Handbuch, in dem der auf das Subset bezogene Austauschprozess dargestellt ist. Es handelt sich also eigentlich um eine genauere Beschreibung des Subsets, das festlegt, WANN innerhalb des Gesamtprozesses und VON WEM welche Informationen zu liefern sind.


IFC (Industry Foundation Classes)

IFC (Industry Foundation Classes) ist ein herstellerunabhängiges, offenes Datenmodell. Es ist weltweit verbreitet und kann sowohl zum Austausch von modellbasierten Daten in der Entstehungs- als auch in der Bewirtschaftungsphase eines Projektes genutzt werden. Die Organisation buildingSMART International etabliert IFC als offenen, internationalen Standard für das Bauwesen. IFC ist ISO-zertifiziert und unter der ISO/PAS 16739 eingetragen. Mit der Version IFC 4 stellt es erstmalig einen eigenen ISO Standard dar. IFC und die zu Grunde liegenden Standards werden beständig weiterentwickelt, wodurch auch die Funktionalität und Qualität weiter zunehmen. Der Vorteil eines neutralen Datenformates liegt zum einen darin, dass sich dadurch die beim Datenaustausch und der Konvertierung in ein anderes Dateiformat zwangsläufig entstehenden „Reibungsverluste“ wenn auch nicht ganz vermeiden, so doch auf ein Minimum reduzieren lassen. Zum anderen können alle Projektbeteiligten die für sie jeweils passende Software frei wählen, sofern diese über eine entsprechende IFC Schnittstelle verfügt.


IFC CoordinationView

Die „CoordinationView-Sicht“ oder kurz CV (aktuelle Version ist 2.0) auf das BIM-Modell ist, vor allem im Hinblick auf die Gebäude-Planung und -Ausführung, die gängigste Untergruppe. Darin werden alle Bauteile und (Architektur-)Elemente als 3D-Volumenkörper abgebildet und sind mit ihren verfügbaren Kennwerten und Attributen enthalten. Da dies gleichzeitig das größte und umfangreichste Subset ist, wird es oftmals mit IFC gleichgesetzt.

Abgebildet und unterstützt werden neben der Projektstruktur zum einen die Architektur- und zum anderen die TGA-Komponenten, also beispielsweise Wände, Stützen, Unterzüge sowie Rohre, Kanäle, Schalter usw. für die Haustechnik. Alle Elemente erhalten bei der Übertragung eine eindeutige ID, können mit beliebig vielen zusätzlichen Informationen versehen werden und werden immer in Bezug zu den anderen enthaltenen Elementen sowie ihnen unter- und übergeordneten Strukturen angezeigt. Neben Architektur und TGA nutzt auch der Ingenieurbau diese IFC Untergruppe, vor allem zur Erstellung von Fertigteilen sowie Schal- und Bewehrungsplänen im Anschluss an den Entwurf des Architekten.


IFC FMHandOverView

Die Liegenschaftsverwaltung und Bewirtschaftung von Immobilienbeständen und Gebäuden erfolgt in der allgemeinen Praxis anhand einer Datenbank, die entweder gar keine, oder lediglich marginale graphische Informationen enthält. Die für diese so genannten CAFM Programme relevanten Kennwerte können als eigene Untergruppe aus dem Gesamtmodell abgeleitet werden. Dieses Subset beinhaltet neben der räumlichen Gliederung analog der hinterlegten Struktur jeweils die zugehörige Ausstattung in Form von Tabellenblättern und Datenbanksätzen.


IFC StructuralAnalysisView

Für die Tragwerksplanung und Auslegung, also das Erstellen und Berechnen von Stabwerksmodellen oder das Ermitteln von MomentenLinien und Kräfteverläufen gibt es dagegen mit dem Subset StructuralAnalysisView eine eigene Untergruppe, in der die Elemente in einer völlig anderen Form beschrieben und dargestellt werden. Hierin sind die Auflagerbedingungen, statische und dynamische Lasten, zu berücksichtigende Sicherheitsbeiwerte usw. enthalten. Ein Unterzug in Form eines Holzbalkens beispielsweise, ist in diesem Modell kein geometrisches Architekturbauteil mit Angaben zu Material und Oberflächengüte und einem vordefinierten Querschnitt, sondern ein Stabelement mit spezifischen Auflagerbedingungen, durch die sich anhand der Eigen- und Fremdlasten in Relation zur erlaubten Verformung mit den entsprechende Berechnungsprogrammen Kenngrößen wie Querschnitt oder Materialgüte ermitteln lassen.


IFC Subset

Beim Austausch von Daten als BIM-Modell über IFC werden im Normalfall alle darin enthaltenen, sowohl die geometrischen, als auch alphanummerischen Informationen übergeben. Je nachdem, welche (Fach-)Richtungen beteiligt sind und in welcher Phase des Gesamtprozesses der Austausch erfolgt, werden meistens nicht alle vorhandenen Informationen benötigt. Überdies können die Anschlussprogramme für sie irrelevante Informationen in der Regel auch gar nicht lesen und nutzen. Daher lassen sich aus der Gesamtheit aller vorhandender Informationen für die Übertragung einzelne Untergruppen, so genannte Subsets, ausgliedern.

In diesen sind für spezifische Anwendungsfälle reduzierte und „gefilterte“ Informationen enthalten, um den Austausch dahingehend zu optimieren. Zum einen reduziert sich dadurch die Datenmenge, zum anderen kann die Verarbeitungsgeschwindigkeit innerhalb der Anschlussprogramme erhöht werden. Momentan existieren innerhalb des Gesamtformates IFC – neben anderen – drei im wesentlichen verwendete „Untermengen“, die je nach Zweck und Art des Datenaustausches und damit einher gehend je nach Information, die übergeben werden soll, zur Anwendung kommen:

  • IFC CoordinationView
  • IFC StructuralAnalysisView
  • IFC FMHandOverView

In gleicher Weise, wie für IFC selbst als übergeordnete “Mutterdatei”, aus der mit einem bestimmten Subset Teilbereiche separiert betrachtet werden, haben die Subsets ebenfalls Versionsbezeichnungen, die jeweils mit einer bestimmten IFC Version in Verbindung stehen.


IFCClass/ObjectType

Alle in Architektur, Haustechnik, Statik, Facility Management und sonstiger, am Bau beteiligter Branchen üblichen Standardelemente sind in IFC als Typen definiert, die sich zu einzelnen Klassen zusammenfassen lassen. Jeder Typ entspricht einem speziellen IFC Bibliothekselement, an das sich das zugehörige Bauteil oder Objekt beim Datenaustausch zuordnen lässt. Mit jeder neuen IFC Version wird diese Bibliothek um weitere Typen ergänzt, die dann ebenfalls als IFC Objekte übertragen werden können.

Damit ein Element oder Bauteil als solches erkannt und dem richtigen Bibliothekseintrag zugeordnet wird, muss es bestimmte Eigenschaften aufweisen, die per Definition als Mindestmaß zwingend erforderlich sind. Beim Verwenden der zugehörigen Allplan Funktion, etwa Stütze oder Raum, werden dem erzeugten Element automatisch der richtige Objekttyp und die Klassifizierung zugewiesen, mit der es übergeben werden soll. Über das Attribut IFCObjectType lässt sich die Klassifizierung jedoch beeinflussen und nachträglich verändern, wenn beispielsweise ein Architekturelement nicht als das Bauteil übertragen werden soll, mit dessen Funktion es erzeugt wurde. Zudem können 3D- und Mengenkörper mit einem IFCObjectType versehen werden, um sie als vordefiniertes Element zu übertragen.

 

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