Building Information Modeling Glossar

ALLPLAN BIM Glossar: Begriffe P bis Z

Hier erfahren Sie alles zu Themen wie "Pset", "Swept Solid" und "XML (Extensible Markup Language)"

 

Fachbegriffe von P bis Z

Pset (Property Sets)

Jedem Modellelement lassen sich je nach Informationsdichte und Zweck beliebige Attribute und Eigenschaften zuweisen. Einige werden hierbei als minimaler Standard für die Übergabe der Elemente nach IFC definiert und sind in so genannten Property Sets (PSet) zusammengefasst. Dabei gibt es für jedes Element bzw. Bauteil, das sich per IFC übertragen lässt, ein eigenes allgemeines Eigenschaftenpaket (PSetWallCommon, PSetDoorCommon ...), das unterschiedlich viele Attribute enthalten kann. Einzelne Bauteile, vor allem die Ausbauelemente Türen, Fenster, Räume besitzen darüber hinaus noch weitere vordefinierte Attributgruppen, etwa für die Glaseigenschaften oder spezifische Herstellerinformationen. Diese Gruppierung bietet eine zusätzliche Strukturierung des umfangreichen kompletten Attributsatzes und ermöglicht daher eine bessere Übersichtlichkeit über alle notwendigen und zu vergebenden Bauteilinformationen.


STEP (Standard for the Exchange of Product Modell Data)

Die dem IFC Format zu Grunde liegenden Strukturen basieren auf dem "Standard for the Exchange of Product Modell Data" (STEP), was sich etwa mit dem Ausdruck „Standardisierung für den Austausch von Produkt- und Prozessdaten“ übersetzen lässt. STEP ist in der ISO 10303 verankert und in erster Linie kein Dateiformat, sondern eine Vorgabe für den Aufbau von Dateien, mit denen geometrische Elemente übertragen werden können. Darin wird das zu übergebende Produkt, im konkreten also die einzelnen Elemente und (Architektur)-Bauteile des Gebäudemodells, sowohl „physisch“ als auch „funktional“ beschrieben. Diese Beschreibung umfasst also sowohl die Geometriewerte (=BaseQuantities) als auch die dem Bauteil angehängten und innewohnenden Eigenschaften (=PSets) und des Weiteren die Wechselwirkung mit anderen Objekten.

Darüber hinaus definiert der Standard aber auch den Prozess, also den Lebenszyklus der Objekte, die durch Interaktion mit anderen Bauteilen innerliche Veränderungen erfahren können, die sich dann wiederum auf ihre Eigenschaften und Attribute auswirken. Analog der IFC Subsets ist STEP ebenfalls für spezifische Anwendungsfälle und Aufgabenstellungen noch einmal in Untergruppen gegliedert, die hier als „Applikationsprotokolle“ bezeichnet werden. Für die Baubranche und damit natürlich für BIM und IFC ist in erster Linie die Untergruppe mit der Nummer 225 und der Bezeichnung „Gebäudeelemente unter expliziter Darstellung der Bauteilgeometrie“ maßgeblich. Die eigentliche Datenmodellierungs- und Programmiersprache, die hinter STEP und damit auch hinter IFC steht, ist EXPRESS. Darin werden die Objekte mit zugehörigen möglichen Eigenschaften und Attributen erschaffen, die zueinander in Beziehung gesetzt werden und miteinander interagieren können.


Swept Solid

Neben der Erstellung anhand der Begrenzungsflächen stellt der so genannte Swept Solid die alternative Möglichkeit zur Beschreibung eines Volumenkörpers dar. Dabei deutet die Bezeichnung Sweep bereits an, welche Methode dahinter steht: Als Grundlage dienen, analog zum Translationskörper in Allplan, ein Profil und ein Pfad. Der Körper wird generiert, indem das Profil, eine beliebige Fläche, an einer Kurve als Bewegungsvektor entlang durch den Raum geführt wird. Auf diesem Weg kann es in sich nochmals verändert, beispielsweise gedreht oder verzerrt werden.

Die Beschreibung so erzeugter Körper benötigt vergleichsweise wenig Speicherplatz, da sie nicht sehr datenintensiv ist; allerdings lassen sich beliebig frei geformte Körper damit nicht erzeugen. Beim Export nach IFC wird diese Art der Modellierung in erster Linie für Standardbauteile wie Wände oder Stützen verwendet.


UUID oder GUID

Die beiden Ausdrücke Universally Unique Identifier (UUID) oder Globally Unique Identifier (GUI) sind in ihrer Bedeutung weitgehend identisch, wobei es sich bei der GUID um eine Microsoft-spezifische Umsetzung der UUID handelt. In der IFC und BIM-Umgebung wird ebenfalls eher die GUID verwendet, eine Unterart davon ist die IFC ID. Diese universelle und damit eindeutige Nummer setzt sich aus insgesamt 32 Zeichen zusammen, die in 5 Blöcke unterteilt sind und jedem Objekt einer Datenbank zugeteilt werden. Die sich mit dieser Methode ergebende Anzahl unterschiedlicher Kombinationen schließt aus, dass eine Nummer mehrfach vergeben wird. Somit kann sie zur eindeutigen Identifizierung von Objekten innerhalb der Struktur verwendet werden. Im Gegensatz zu anderen möglichen Objekt-IDs erlaubt ein Unique Identifier keinerlei Rückschlüsse auf Art oder Eigenschaften des hierdurch repräsentierten Objektes, da es sich um eine völlig zufällig generierte und nicht anhand von Parametern kodierte Nummerierung handelt.


XML (Extensible Markup Language)

Die in der Informatik und Softwarebranche generell vielfach und in unterschiedlichstem Kontext verwendete Abkürzung XML steht für den Ausdruck "Extensible Markup Language" und bezeichnet eine universelle und plattformunabhängige Programmiersprache. Diese „erweiterbare Auszeichnungssprache“ kann alternativ zu EXPRESS zur Datenmodellierung verwendet werden. XML enthält sowohl Funktionen und Werkzeuge zur Erstellung und Beschreibung von Objekten mit Eigenschaften und Beziehungen, als auch zu deren Übertragung in spezifische Austauschformate.
Damit ist die Sprache selbst sehr universell, was allerdings dazu führt, dass entsprechende Dateien im XML Format zumeist recht umfangreich und damit speicherintensiv sind. XML Dateien sind reine Textdateien, die sich daher mit einem normalen Texteditor öffnen, lesen und bearbeiten lassen. Im Hinblick auf BIM findet XML in erster Linie im ifcXML Format Anwendung, es existieren jedoch zahlreiche weitere Untertypen von XML Dateien.

 

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