ALLPLAN und FRILO: 3 Beispiele für eine starke Zusammenarbeit
Bei einem Bauprojekt in der Golfregion hatten IKON Ingenieure mit zahlreichen Widrigkeiten zu kämpfen. Planerische Finesse und eine Planung in ALLPLAN führten dennoch zum Erfolg.
Dass renommierte Ingenieurbüros in Bauprojekten auf der ganzen Welt aktiv sind, ist nichts Ungewöhnliches. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie es überall leicht haben. Die IKON Ingenieure AG kann davon ein Lied singen. Das Schweizer Ingenieur- und Planungsbüro war zuletzt in der Golfregion mit der Tragwerks-, Bewehrungs- und Schalungsplanung sowie der Bauleitung eines großen Industriebauprojekts betraut. Dabei sahen sich die Ingenieur:innen gleich mit einer ganzen Reihe klimatischer, logistischer, kommunikativer, normativer, zeitlicher und materieller Herausforderungen konfrontiert. Dass es dennoch gelang, das Bauvorhaben erfolgreich umzusetzen, beruht unter anderem auf einer BIM-basierten Planung in ALLPLAN, die hohe Flexibilität und schnelle Reaktionszeiten ermöglichte.
Ort des Geschehens ist ein Aluminiumwerk der Schweizer REEL Alesa AG mitten in der Wüste. Hier galt es im Rahmen einer Modernisierung des Werks zwei Silos instand zu setzen, die der Lagerung und dem Umschlag von Kohle und Aluminiumoxid dienten. Gleichsam sollte eine neue Abgasreinigungsanlage entstehen. Die Baumaßnahmen erforderten unter anderem einen Teilabbruch der beiden Silos mit anschließendem Neubau, um die Anforderungen des Bauherrn zu erfüllen.
Planerische Herausforderungen: Baunormen, Bauteile und Zeitdruck
Überaus vielfältige Herausforderungen zogen sich praktisch durch alle Ebenen und Bereiche des Projekts, beginnend mit den Bauvorschriften. Anders als in der Schweiz, wo nach SIA-Regelwerk gebaut wird, gibt es in der Region selbst keine geltenden Baunormen, weshalb sich das Büro zwischen britischen Standards und Eurocode entscheiden musste. Erschwerend hinzu kam, dass das „Normenproblem“ auch das Material betraf. So wiesen die lokal verfügbaren Bauteile – insbesondere die Bewehrung – in vielen Fällen nicht die aus der Schweiz gewohnten Spezifikationen auf, was kurzfristige Anpassungen erforderlich machte. Und das unter enormem Zeitdruck, denn entgegen der sonst üblichen langen und gründlichen Planungsphasen hing der Zuschlag von einer extrem schnellen Planlieferung ab.
Internationale Zusammenarbeit, klimatische Bedingungen und Materialverfügbarkeit
Angesichts eines internationalen Projektteams, das neben IKON auch Expert:innen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Polen und Norwegen umfasste, mussten obendrein wichtige Abstimmungen möglichst effizient über verschiedene Zeitzonen hinweg getroffen werden. Als wäre all das noch nicht fordernd genug, traten in der Ausführungsphase zusätzliche Probleme auf. Tageshöchsttemperaturen von über 50 Grad Celsius erforderten Anpassungen der Arbeitszeiten, so dass letztlich früh morgens, am späten Abend oder in der Nacht gearbeitet wurde. Auch in der Bauleitung machten sich die schwierigen klimatischen Bedingungen schnell bemerkbar. Burak Pekintuerk, Projektingenieur Tiefbau bei IKON Ingenieure, erzählt: „Ich musste nach kurzer Zeit feststellen, dass ich nicht mit meinen Papierplänen arbeiten kann, da der Schweiß das Papier durchnässte.“
Internationalität wurde auch auf der Baustelle zu einer kommunikativen Herausforderung. Zwar war Englisch offizielle Projektsprache, doch erwies sich dies für viele der arabisch-, hindi- oder urdusprachigen Bauarbeiter als Barriere. Eines der größten Probleme betraf zudem erneut das Material: Da Maße und Baustoffe oftmals erst nach Rücksprache mit den Lieferanten final bestimmt werden konnten, musste die Planung immer wieder an die realen Verfügbarkeiten vor Ort angepasst werden.
Digitale Planung mit ALLPLAN immer Teil der Lösung
Dieses wahre Bündel an Herausforderungen erforderte von den Ingenieur:innen sowohl in der Planungs- als auch in der Ausführungsphase höchste Flexibilität. Dabei kam ihnen in praktisch allen Situationen eine BIM-basierte Planung in ALLPLAN zugute. So ließen sich etwa Änderungen in den Spezifikationen der Bauteile wie abweichende Bewehrungsdurchmesser ebenso schnell und unkompliziert umsetzen wie unterschiedliche Baunormen oder Abstimmungen innerhalb des Projektteams.
Zugleich bildete das BIM-Modell unter anderem die Grundlage für einen „schweißfesten“ Abruf der Pläne auf der Baustelle mittels Tablet oder auch für die visuelle, sprachenübergreifende Kommunikation mit den Bauarbeitern vor Ort. Dank eines ausgeklügelten Systems von IKON-Zeichnerin Fabienne Monhart konnten zudem mithilfe einer cleveren Modellstruktur und strategischem Speichern von Zwischenständen selbst iterative Änderungen am frei modellierten 3D-Körper noch während der Bauphase effizient durchgeführt werden. So führte letztlich Schweizer Ingenieurskunst, gepaart mit starker Planungssoftware, trotz aller Widrigkeiten in der Wüste zum Erfolg.




