GRENZEN ÜBERWINDEN

Aarebrücke, Olten (SO) Schweiz

Olten hat ein neues Wahrzeichen: Die im April 2013 als Teil des Gesamtprojektes „Entlastung Region Olten (ERO)“ dem Verkehr übergebene Aarebrücke.

Allplan Engineering in der Praxis

Dank der 3D Visualisierung konnte die mit der Projektierung beauftragte Planergemeinschaft aufzeigen, dass die Hauptknotenpunkte des statischen Systems trotz ihren minimal gehaltenen Abmessungen sämtliche Anforderungen in Bezug auf die Platzierung der Bewehrung und der Vorspannung erfüllen können. Es war ein kühner Ansatz, den die Planergemeinschaft des Projektes „maya“ für ihre Wettbewerbseingabe der neuen Aarebrücke gewählt hatte: Mit einer Spannweite von knapp 104 Meter überspannt das Bauwerk stützenfrei den Flusslauf. Damit ging ihr Vorschlag im Mai 2005 siegreich aus dem Wettbewerb hervor, an dem insgesamt 69 Projekte eingereicht wurden. Das erstplatzierte Team bildeten die Ingenieurbüros Bänziger Partner AG (Baden) und ACS-Partner AG (Zürich) sowie der Architekt Eduard Imhof (Luzern) und die Landschaftsarchitekten David und von Arx (Solothurn). Sie wurden vom Kanton Solothurn mit der Projektierung und Bauleitung des Brückenneubaus beauftragt.

Die Brücke trägt als einfeldriger, einseitig eingespannter Balken mit einem Trogquerschnitt. Die beiden Hauptträger bilden gleichzeitig die seitliche Absturzsicherung und den Lärmschutz. Sie überspannen die Aare mit einer Spannweite von 88,50 Meter. Die Träger sind mit vorgespannten Betonsegeln am Tunnelportal aufgehängt. Damit wird das Portalbauwerk zu einem statischen Bestandteil der Brücke. Als Gegengewicht für die Abspannung beim Portal dienen rund 40 Meter des nachfolgenden Tagbautunnels. Ein Betonshed überdacht den Portalbereich und sorgt für den Lärmschutz und ein stabiles Gleichgewichtssystem. Zwischen den Hauptträgern der Brücke sind vorgespannte Querträger angeordnet, welche die Fahrbahnplatte tragen. Diese wirken als einfache Balken mit einer Spannweite von 13,60 bis 17,50 Meter.

Projektinformationen im Überblick

> Schwerpunkt: Tragwerksplanung vom Entwurf bis zur Ausführung
> Eingesetzte Software: Allplan Engineering
> Planergemeinschaft maya: Bänziger Partner AG, Baden (Federführung) ACS Partner AG, Zürich Eduard Imhof Architektur, Luzern David & von Arx Landschaftsarchitektur, Solothurn
> Bauherr: Amt für Verkehr und Tiefbau, Kanton Solothurn

Projektdaten

> Planungsbeginn: 2005
> Baubeginn: 2008
> Fertigstellung: 2014
> Länge inkl. Portalbereich: 140.00 m
> Breite: 15.60 m
> Brückenfläche: 2200 m²
> Höhe über der Aare ca.: 5.00 m


Diesen Referenzbericht als PDF herunterladen

Bereits in der Erarbeitung des Wettbewerbprojekts erfolgte die Planung im 3D Modell mit Allplan. Wie später auch in der Ausführungsphase erarbeitete das Ingenieurbüro Bänziger Partner AG die Schalungspläne, während ACS-Partner AG für die statische Bemessung und die Erarbeitung der Bewehrungs- und Vorspannungspläne verant- wortlich zeichnete. Wie Rudolf Vogt, Mitinhaber von ACS-Partner, im Gespräch erklärt, war die Aarebrücke das erste Projekt, welches er und seine Mitarbeiter mit Hilfe von 3D erarbeitete: „Rückblickend darf ich sagen, dass es ein optimales Projekt war, um die 3D Modellierung als Basis sowohl für die Schalungspläne wie auch für die Bewehrungs- und Vorspannungspläne nutz- bringend anzuwenden.“

Er weist aber auch darauf hin, wie wichtig es ist, dass die damit betrauten Konstrukteure über ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen verfügen: „Denn das räumliche Gebilde auf die zweidimensionalen Ausführungspläne zu bringen, erfordert diesbezüglich ein hohes Verständnis“, berichtet Rudolf Vogt aufgrund der gemachten Erfahrungen. Damit der 3D Datenaustausch zwischen den beiden Ingenieurbüros einwandfrei funktionierte, waren vorgängig die Softwareeinstellungen aufeinander abzugleichen. „Sind diese Voraussetzungen erfüllt, funktioniert es einwandfrei“, erklärt Rudolf Vogt.


Laden Sie sich über 25 spannende Anwendungsbeispiele in einem Paket herunter, sortiert nach Problemstellung und Lösung >

Die größte Herausforderung für Bewehrung und Vorspannung befand sich am höchsten Punkt des Bauwerks: Auf beiden Außenseiten vereinigen sich an dieser Stelle der Längsbalken als Verbindung zum Tagbautunnel, die schräge Stütze, welche auf dem Widerlager steht und das Betonsegel, welches den Längsträger der Brücke abspannt. Diese Konstruktionsteile sind nicht nur kräftig armiert, sondern auch vorgespannt und treffen sich in einem Knoten, der damit zum statisch am stärksten beanspruchten Bauteil des ganzen Bauwerks wird.

Trotz der hohen Beanspruchung wollten die Planer die Abmessungen möglichst klein halten und waren deshalb gefordert, die Machbarkeit der vorgeschlagenen Ausbildung dieses Knotens gegenüber dem Bauherrn und dem Prüfingenieur nachzuweisen. „Dank der Visualisierung im 3D Modell konnten wir die Machbarkeit der von uns gewählten Knotendimensionierung mit Bewehrung und Vorspannung nachweisen“, erklärt Rudolf Vogt. Zusätzlich wurde auf der Baustelle ein Musterknoten in Originalgröße erstellt um zu überprüfen, dass dann in der definitiven Umsetzung alles funktionieren wird. „Unsere Aussage zur Machbarkeit wurde damit auch noch vor Ort bestätigt“, fügt Rudolf Vogt an.

Für Brückenbauingenieur Rudolf Vogt ist klar: „Die Bewehrungs- und Vorspannungspläne waren bei dieser Komplexität des Bauwerks nur im 3D Modell überhaupt prüfbar.“ Nur dank der räumlichen Darstellung war es möglich, in den jeweiligen Konstruktionsteil hineinzusehen, um zum Beispiel allfällig fehlende Bewehrung oder falsche Stosslängen zu entdecken. Aber nicht nur Rudolf Vogt schätzte die Vorteile von 3D, auch der Eisenleger kam auf der Baustelle dank den auf den Plänen wiedergegebenen räumlichen Visualisierungen viel besser zu recht. „Sowohl bei den Schalungsplänen wie auch bei den Bewehrungs- und Vorspannungsplänen haben wir einzelne Details in 3D abgebildet und damit sehr gute Erfahrungen gemacht“, berichtet Rudolf Vogt.

„Mit dem 3D Modellansatz von ALLPLAN konnten wir die Korrektheit der Geometrie für Schalung, Bewehrung und Vorspannung sicherstellen und alle Bauteile sauber konstruieren. Zusätzlich konnten wir die Machbarkeit an komplexen Stellen verifizieren. Und nur dank der 3D Visualisierung war es uns überhaupt möglich, die Pläne gewissenhaft zu kontrollieren.“

Rudolf Vogt, Mitglied der Geschäftsleitung, ACS Partner AG

Dank der Visualisierung im 3D Modell konnten wir die Machbarkeit der von uns gewählten Knotendimensionierung mit Bewehrung und Vorspannung nachweisen“,

Rudolf Vogt Mitglied der Geschäftsleitung, ACS Partner AG

Case Study Package Engineering -
28 Anwendungsbeispiele jetzt herunterladen

Sehen Sie aus Kundensicht, wie Allplan Engineering in verschiedenen Kunden-Projekten eingesetzt wurde und alle Projektbeteiligten maßgeblich unterstützt hat.

Entdecken Sie spannende Herausforderungen und Problemstellungen, die mit moderner CAD Software souverän gelöst wurden und schließlich die Realisierung des jeweiligen Projektes ermöglicht haben.

Ihre Vorteile:

  • Über 28 verschiedene Projekte sortiert nach Problemstellung und Lösung in einem Paket
  • Projektherausforderung inkl. Lösungsansatz dargestellt aus Kundensicht
  • Alle Anwenderberichte im gängigen PDF-Format
  • Exklusive Einblicke zur Herangehensweise des Kunden mit CAD Software

Hier geht es zum Case Study Package engineering