ANSPRUCHSVOLLE ERSCHLIESSUNG

Nach sechs Jahren intensiver Vorbereitung konnte Ende April 2015 der offizielle Startschuss für die Realisierung des Großprojektes „The Circle“ gefeiert werden.

Allplan Engineering in der Praxis

Am Fuße des Butzenbüel entsteht in Gehdistanz zu den Terminals mit einer Investitionssumme von rund einer Milliarde Schweizer Franken eine hochwertige Überbauung für Dienstleistungen mit einer Nutzfläche von 180.000 Quadratmeter. Die erste Etappe wird voraussichtlich Ende 2018 fertiggestellt, die zweite voraussichtlich 2019. Im Februar 2010 konnte der Gewinner des dreistufigen, öffentlichen Architekturwettbewerbs bekannt gegeben werden: Das Projekt „Divers(c)ity“ („Stadt der Vielfalt“) des 70-jährigen japanischen Stararchitekten Riken Yamamoto aus Yokohama hatte sich gegen mehr als 90 Bewerbungen aus 12 Ländern durchgesetzt.

Der Entwurf beinhaltet eine lichtdurchflutete, teils überhängende Fassade, die den Fuß des Butzenbüelrings vollständig umschließt. Hinter dieser Fassade sind gegen den Hügel hin verschiedene kubische Bauten mit hohem Glasanteil angeordnet. Mit Leben füllen sollen das neue Dienstleistungszentrum unter anderem zwei Hotels, ein Convention Center, ein medizinisches Zentrum des Universitätsspitals Zürich sowie Geschäfte, Restaurants und Angebote aus den Bereichen Kunst, Kultur, Unterhaltung und Bildung. Im April 2012 lag die rechtsgültige Baubewilligung vor und Ende 2013 wurde bekannt gegeben, dass sich Swiss Life als Mitinvestor mit einem Anteil von 49 Prozent an der neu zu bildenden Miteigentümerschaft beteiligt, an der die Flughafen Zürich AG 51 Prozent halten wird. Den definitiven Entscheid für die Realisierung fällten die Investoren im Dezember 2014, nachdem die Finanzierung sichergestellt und über die Hälfte der Nutzflächen vermietet waren.

Facts & Figures „The Circle“
> Grundstückfläche: 37‘000 m2
> Nutzfläche: 180‘000 m2
> Parkplätze: 520 >
Investment: CHF 1 Milliarde
> Fertigstellung: 1. Etappe voraussichtlich Ende 2018 2. Etappe voraussichtlich 2019

Am Projekt Beteiligte
> Eigentümer/ Entwickler: Flughafen Zürich AG
> Co-Investor: Swiss Life AG
> Architekt: Riken Yamamoto & Field Shop, Yokohama/ Japan

Projekte Neubau Erschliessung
> Baukosten: CHF 20 Millionen (Anteil Kunstbauten ca. 12 Millionen)
> Projektleitung: Flughafen Zürich AG Airfield Maintenance
> Planer: Planergemeinschaft B+S AG, Zürich dsp Ingenieure & Planer AG, Greifensee
> Bauausführung: ARGE Circle Marti AG, Eberhard Bau AG, Stutz AG

Bereits im Januar 2015 wurde mit den Vorbereitungs- und Tiefbauarbeiten für die Realisierung des Großprojektes begonnen. So wurde bis zum Frühling der Rückbau von vier Gebäuden ausgeführt, unter anderem die Parkhäuser P5 und P40. Gleichzeitig mit diesen Arbeiten werden seit Anfang 2015 auch die nötigen Bauwerke für die Erschließung von „The Circle“ erstellt. Zudem musste die Hauptentwässerungsleitung der Stadt Kloten umgelegt werden, die aus historischen Gründen durch das Neubauareal verläuft. Die Erschließung des Neubaus mit seiner sichelförmigen Grundfläche von 37.000 Quadratmetern erfolgt über die Flughafenstraße und den Butzenbüelring. Als Zufahrt zur Tiefgarage mit 520 Plätzen dient eine von der Zufahrtsbrücke Parkhäuser (P1, P2, P3) abgehende Rampenbrücke, welche schließlich über die Unterführung des Butzenbüelrings ins tiefer gelegene Parkhaus einmündet. Die Wegfahrt aus dem Parkhaus erfolgt über eine separate Rampe und mündet in die Flughafenstraße ein. Diese Zu- und Wegfahrten sind vollkommen kreuzungsfrei, tragen damit zur Sicherheit im Straßenverkehr bei und gewährleisten einen störungsfreien Betrieb des Regionalbusverkehrs. Für die Ausfahrt von der Anlieferungszentrale wird im nördlichen Teil von „The Circle“ zwischen der Ausfahrtsrampe vom Parkhaus P6 und der Flughafenstraße eine Unterführung mit zugehöriger Rampe erstellt. Die Einfahrt für die Anlieferung erfolgt im südlichen Teil des Gebäudekomplexes und wird auch als Vorfahrt für das geplante Hotel Hyatt Regency genutzt.

Eine Vielzahl neuer Erschliessungsbauwerke

Im Los 2 Erschließung für den Neubau „The Circle“ ist im Ingenieurteam mit B+S AG das Büro dsp Ingenieure & Planer AG, federführend für die Kunstbauten und bearbeitet die folgenden Objekte:

> Rampenbrücke Mitte als eigentliche Zufahrt zum Parkgeschoss: eine vorgespannte, fünffeldrige Brücke mit einer Länge von 108 Metern und eine zweifeldrige Abzweigerbrücke mit einer Länge von 29 Metern
> Rampe Mitte: Offene Wannenkonstruktion im Grundwasser, erstellt in Etappen und unter Verkehr in unmittelbarer Nähe der Glattalbahn
> Unterführung Butzenbüel Mitte: Geschlossenes Rahmentragwerk, wegen setzungsempfind- licher Seeablagerungen auf Bohrpfählen fundiert, erstellt in Etappen unter Verkehr> Brücke Flughafenstraße: Im Baugrund eingebettetes Rahmentragwerk
> Unterführung Butzenbüel Nord: Rahmentragwerk mit Bohrpfählen (Stiele) und Ortbetonplatten (Riegel) mit einer Spannweite von 9 Metern in Deckelbauweise

Mit Ausnahme der Rampenbrücke Mitte, die voraussichtlich 2018 gebaut wird, sind die Bauarbeiten an diesen Erschließungsbauwerken im Gange oder bereits abgeschlossen. „Die große Herausforderung ist der Bau dieser Objekte unter Betrieb, was nur mit etappiertem Vorgehen und der Ausführung von einzelnen Tätigkeiten in der Nacht möglich ist“, erklärt Oliver Müller von dsp Ingenieure & Planer. Er ist Teilprojektleiter Kunstbauten für die gesamte Erschließung und bei dsp verantwortlicher Bereichsleiter Brückenbau. „Technisch anspruchsvoll war die Planung der Baugrube für die Rampe Mitte, die sich direkt neben dem Trasse der Glattalbahn befindet“, führt er weiter aus. Zur großen Herausforderung in der räumlichen Platzierung wird das Lehrgerüst für den Bau der Rampenbrücke Mitte. Diese befindet sich in unmittelbarer Nähe einer nach heutigem Planungsstand vorgesehenen Schutzplattform über dem Butzenbüelring, welche für den Bau der teils überhängenden Fassade des Gebäudes erforderlich sein wird. Zudem überquert die Rampenbrücke Mitte an einer Stelle stark schiefwinklig die die heutige Wegfahrt der Flughafenvorfahrten.

 

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Bauwerke in 3D Modelliert mit Allplan Engineering

Hüseyin Sancak ist leitender Konstrukteur bei der Bearbeitung der Erschließungsbauwerke von „The Circle“. Dank des reibungslosen Datenimports der 3D-Daten von den bestehenden Bauwerken und dem geplanten Gebäudekomplex hatte er eine optimale Ausgangslage, um die neuen Erschließungsbauwerke in diese Pläne integrieren zu können. Obwohl diese Daten und auch das digitale Geländemodell teilweise mit Software von anderen Anbietern erarbeitet wurden, funktionierte der Datenaustausch ohne Probleme. Gerade für die optimale Platzierung der Rampenbrücke Mitte stellte die Erarbeitung im 3D-Modell eine große Hilfe dar und dank der Visualisierung konnten auch verschiedene Bauteile in ihrer ästhetischen Ausgestaltung noch optimiert werden. Die Bearbeitung im 3D-Modell hat aber noch weitere Vorteile, wie Hüseyin Sancak erläutert: „Sowohl bei der Schalung wie auch bei der Bewehrung kann ich den Plan schnell und einfach auf Vollständigkeit prüfen und insbesondere geometrisch komplexe Details effizient lösen.“ Die Rampenbrücke Mitte gilt übrigens bei ALLPLAN Schweiz auch als Referenzobjekt für die Funktion „Schnitt entlang beliebiger Kurven: „Diese Funktion hat uns neue Möglichkeiten eröffnet und führte zu einer sehr effizienten Planerarbeitung“, kommentiert der leitende Konstrukteur.

 

 

 

„Die große Herausforderung ist der Bau dieser Objekte unter Betrieb, was nur mit etappiertem Vorgehen und der Ausführung von einzelnen Tätigkeiten in der Nacht möglich ist“

Oliver Müller, dsp Ingenieure & Planer AG

Der Kunde

Aktuell beschäftigt dsp Ingenieure & Planer AG mit Sitz in Greifensee bei Zürich mehr als 90 Mitarbeiter. Es ist seit 1985 als unabhängiges Ingenieur- und Planungsunternehmen in der Bauwirtschaft erfolgreich in der ganzen Schweiz und im Bereich der Kernkompetenzen auch international tätig. ALLPLAN Schweiz unterstützt das Unternehmen in der Bearbeitung der Projekte im Hoch-, Brücken- bau und im Tiefbau. Dank der stetigen Ausbildung ihrer Mitarbeiter verfügen heute mehr als die Hälfte der Zeichner und Konstrukteure über die Fachkompetenz, Projekte als 3D-Modell aufbauen zu können.

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