Da künstliche Intelligenz zunehmend in alltägliche Planungsworkflows eingebettet wird, steigen die Erwartungen hinsichtlich Transparenz, Integration und Datenhoheit rapide an. Infrastrukturbetreiber und Ingenieurbüros fragen nicht mehr, ob sie KI einsetzen sollen, sondern wie sie dies verantwortungsbewusst, sicher und ohne Beeinträchtigung etablierter Projektabwicklungsprozesse tun können.
In aller Kürze: > Sunil Pandita, CEO von ALLPLAN erklärt, wie sich ALLPLAN von einer Modellierungslösung zu einer vernetzten Design-to-Build-Plattform entwickelt. > Die Strategie konzentriert sich auf messbare Ergebnisse: Automatisierung, Modellzuverlässigkeit und Durchgängigkeit über den gesamten Lebenszyklus. > Bei der KI-Entwicklung in ALLPLAN haben Nachvollziehbarkeit, Compliance und der Schutz des geistigen Eigentums der Kund:innen höchste Priorität. > Offene APIs, openBIM und Datenportabilität bleiben zentrale Faktoren, um Anbieterabhängigkeiten zu vermeiden. > Langfristig investiert ALLPLAN in vernetzte Ökosysteme statt in geschlossene Software-Stacks. |
Unter der Führung von Sunil Pandita, CEO von ALLPLAN und Chief Division Officer Planning & Design bei der Nemetschek Group, treibt ALLPLAN seine Entwicklung zu einer Design-to-Build-Plattform voran, die auf Kontinuität, offenen Standards und kontrollierter KI-Integration basiert. In diesem Gespräch teilt Sunil seine Sichtweise darüber, wie sich die nächste Phase von BIM und digitalem Bauen entwickeln wird und wohin sich ALLPLAN und die gesamte AECO-Branche bewegen.
ALLPLAN ist bekannt für seine starke Verankerung in der Tragwerksplanung und im deutschsprachigen Markt. Wie hat diese Basis die heutige Ausrichtung des Unternehmens geprägt?
Unsere Wurzeln liegen klar in der Tragwerksplanung und in der Ausführungsplanung – und genau diese „Engineering-First“-Mentalität prägt uns nach wie vor. Von Anfang an wurde uns bei technisch anspruchsvollen, kritischen Projekten das Vertrauen geschenkt, weil wir nicht nur Geometrie erzeugt, sondern auch ausführungsreife, verlässliche Daten in großen Projekten geliefert haben.
An dieser Grundlage hat sich nichts geändert. Allerdings haben wir uns mittlerweile über fachspezifische Autorensysteme hinaus weiterentwickelt und ermöglichen heute überdisziplinäre Teamarbeit, die Planung, Analyse, Detailplanung, Fertigung und Ausführung miteinander verbinden. Statt uns von unseren Wurzeln in der Tragwerksplanung zu entfernen, haben wir sie als Fundament genutzt, um die ingenieurtechnische Intention über den gesamten Projektlebenszyklus hinweg konsistent abzubilden.
In den letzten zehn Jahren hat sich ALLPLAN von einer Modellierungslösung zu einer umfassenderen Design-to-Build-Plattform entwickelt. Welche Wendepunkte haben diesen Wandel ermöglicht?
Es gab drei entscheidende Entwicklungen, die unseren Kurs maßgeblich geprägt haben. Erstens haben wir uns früh klar zu Open BIM bekannt und herstellerübergreifende Interoperabilität als Grundprinzip verankert. Diese Entscheidung hat den Funktionsumfang von ALLPLAN geprägt und beeinflusst bis heute unsere Strategie.
Zweitens hat die engere Integration mit SCIA und FRILO dazu geführt, dass Modellierung und statische Nachweise in einem durchgängigen Prozess zusammenlaufen. Anstatt Aufgaben zwischen voneinander getrennten Tools hin- und herzuschieben, ermöglicht dieser Schritt einen nahtloseren Fluss der ingenieurtechnischen Logik über Systemgrenzen hinweg.
Drittens haben wir uns mit Lösungen wie ALLPLAN Precast, SDS2 und Manufacton in nachgelagerte Bereiche wie Betonfertigteilbau, Stahlbau, Produktionsplanung und Bauausführung ausgeweitet. Das war ein entscheidender Schritt. Denn der eigentliche Mehrwert der Planung wird erst dann vollständig erreicht wird, wenn die Informationen aus dem Entwurf digital in die Vorfertigung und Ausführung auf der Baustelle fließen.
ALLPLAN hat sich von einer Modellierungssoftware zu einer Design-to-Build-Plattform weiterentwickelt.
Open BIM ist seit vielen Jahren ein zentraler Bestandteil der ALLPLAN-Philosophie. Wo hat es bislang den größten Mehrwert gebracht, und wo besteht weiterer Entwicklungsbedarf?
Open BIM hat seine Stärke vor allem in der Koordination der Fachplaner und im öffentlichen Sektor gezeigt, wo Neutralität und ein transparenter Datenaustausch entscheidend sind. Es ermöglicht interdisziplinären Teams, zusammenzuarbeiten, ohne sich auf eine bestimmte Anbieterplattform festlegen zu müssen. Das ist nach wie vor eine große Stärke für unsere Anwender:innen – und ein Prinzip, hinter dem wir weiterhin stehen.
Gleichzeitig haben sich die Anforderungen der Branche weiterentwickelt. Ein reiner Dateiaustausch reicht heute nicht mehr aus. Kund:innen erwarten, dass Parametrik, Entwurfsintention und Leistungsdaten systemübergreifend ohne Bedeutungsverlust übertragen werden. Dieses Maß an Kontinuität über heterogene Toolchains hinweg zu erreichen ist allerdings komplex.
Für uns geht es in der nächsten Entwicklungsstufe von Open BIM daher um operative Integration – also darum, Offenheit unter realen Projektbedingungen zuverlässig umzusetzen. Genau hier investieren wir weiter: in tiefe Parametrik, Automatisierung und APIs, die vernetzte Workflows ermöglichen und den Planern helfen ihre Produktivität mit jedem Projekt zu steigern.
Design-to-Build steht heute im Zentrum der Strategie von ALLPLAN. Welche messbaren Verbesserungen können Kund:innen in den nächsten 18 bis 24 Monaten erwarten, und auf welche Workflows konzentrieren Sie sich dabei?
Design-to-Build hat nur dann echten Mehrwert, wenn Kund:innen die Auswirkungen konkret in ihrem Arbeitsalltag spüren. Deshalb erwarten wir in den nächsten 18 bis 24 Monaten drei klare Ergebnisse.
Erstens: Eine spürbare Reduzierung des Aufwands für die Detailplanung und Dokumentation durch gezielte Automatisierung – insbesondere bei der Bewehrungsmodellierung und der Stahlbaudetailplanung.
Zweitens: Eine höhere Modellzuverlässigkeit für die Ausführung, was zu weniger Kollisionen und Rückfragen sowie weniger Nacharbeiten zwischen Planung, Fertigung und Ausführung führt.
Drittens: Eine größere Kontinuität über den gesamten Projektlebenszyklus hinweg, wodurch sichergestellt wird, dass Analysedaten, Detailentscheidungen und Ausführungsdaten miteinander verknüpft bleiben, anstatt in isolierten Systemen neu erstellt zu werden.
Um dies zu unterstützen, konzentrieren wir uns auf die Automatisierung der Bewehrungsplanung, enger verzahnte Workflows zwischen Analyse und Detailplanung mit SCIA und FRILO, eine direkt mit der Fertigung verknüpfte Stahlbaudetailplanung sowie eine cloudbasierte Zusammenarbeit, die auch unter realem Projektdruck zuverlässig funktioniert.
Cloudbasierte Zusammenarbeit gewinnt in der gesamten Branche weiter an Bedeutung. Wie ziehen Sie die Grenze zwischen cloudbasierter Koordination und desktopbasierter Modellierung, und gibt es Aufgaben, die nicht in die Cloud verlagert werden?
Cloud-Umgebungen haben ihren Mehrwert für die Zusammenarbeit und gemeinsame Projekträume klar gezeigt. Verteilten Teams zu ermöglichen, Informationen in Echtzeit zu prüfen, zu validieren und auszutauschen – bei gleichzeitiger Wahrung der Datenhoheit – bleibt für uns ein zentraler Fokus.
Wenn es um Modellierung und rechenintensive Prozesse geht, gehe ich davon aus, dass insbesondere Simulationen und KI-gestützte Automatisierung zunehmend von hybriden IT-Architekturen profitieren werden. Gleichzeitig werden bestimmte geschäftskritische Modellierungsaufgaben aus Gründen der Performance, der regulatorischen Anforderungen oder der Datensouveränität weiterhin lokal auf dem Desktop bleiben. Für viele Ingenieurbüros gehören diese Abwägungen zum Arbeitsalltag.
Deshalb sehen wir die Zukunft nicht in einer vollständigen Verlagerung in die Cloud, sondern in einer intelligenten Verteilung: Die Cloud wird dort genutzt, wo sie Skalierbarkeit und Zusammenarbeit verbessert, während die lokale Kontrolle dort erhalten bleibt, wo sie erforderlich ist. Entscheidend ist, dass die IT-Architektur widerspiegelt, wie Ingenieur:innen tatsächlich arbeiten.
ALLPLAN hat sich eng mit SCIA und FRILO zusammengeschlossen. Was ist das langfristige Ziel dieser Integration, und wie stellen Sie dabei Offenheit für Ihre Nutzer:innen sicher?
Unsere Absicht ist es, Datensilos der Planer abzubauen und gleichzeitig erstklassige Lösungen für Modellierung und Tragwerksanalyse bereitzustellen.
Dazu bedarf es mehr als nur eines verbesserten Dateiaustauschs. Das Ziel ist es, den ingenieurtechnischen Fokus zu bewahren, während die Arbeit zwischen Modellierung, Analyse, Detailplanung und Überprüfung wechselt. Um das zu erreichen, investieren wir in gemeinsame Services, strukturierte Daten-Workflows und engere analytische Verknüpfungen – insbesondere zwischen ALLPLAN, SCIA und FRILO. So stellen wir sicher, dass Tragverhalten und Detaillierungslogik miteinander verbunden bleiben, anstatt manuell neu aufgebaut werden zu müssen.
Gleichzeitig bleibt Offenheit von grundlegender Bedeutung. Open BIM ist in unserer DNA verankert, und offene APIs sind weiterhin ein Leitprinzip. Kund:innen müssen die Freiheit behalten, ALLPLAN-Lösungen in alle Tools ihres Ökosystems zu integrieren. Jeder zusätzliche Mehrwert, der durch die Kombination von Nemetschek-Lösungen entsteht, sollte aus verbesserter Effizienz und Datennutzung resultieren – nicht aus einer aufgezwungenen Abhängigkeit.
Offsite-Bau und DfMA gewinnen europaweit an Bedeutung. Wie unterstützt der Ansatz von ALLPLAN diesen Wandel hin zur Vorfertigung?
Offsite-Bau und DfMA sind zunehmend praktische Antworten auf Fachkräftemangel, Nachhaltigkeitsziele und Terminvorgaben. In Europa verzeichnen wir ein besonderes Wachstum bei Infrastruktur-, Industrie- und großen öffentlichen Projekten, bei denen Wiederholbarkeit, Präzision und Terminsicherheit entscheidend sind.
Innerhalb eines Design-to-Build-Rahmens liegt unsere Aufgabe darin, sicherzustellen, dass die Entwurfsintention reibungslos in die Fertigung übergeht. Mit der Akquisition von Manufacton haben wir insbesondere die Bauausführung gestärkt – einschließlich Produktionsplanung, Fortschrittskontrolle und Übergabe –, ohne ALLPLAN als Ersatz für ERP- oder Produktionssteuerungssysteme zu positionieren. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass das, was geplant wird, effizient in digitale Produktionsumgebungen überführt werden kann.
Die Einführung von KI wirft wichtige Fragen zu Datenhoheit und Modelltraining auf. Wie geht ALLPLAN mit dem Thema AI Data Governance um?
Vertrauen ist die Grundlage für den verantwortungsvollen Einsatz von KI im Ingenieurwesen. Wir bewegen uns innerhalb des strengen regulatorischen Rahmens der Europäischen Union, einschließlich des EU AI Act, der klare Anforderungen an den ethischen Umgang mit Daten definiert. Der Schutz personenbezogener Daten ist essenziell, aber ebenso wichtig ist der Schutz des geistigen Eigentums unserer Kund:innen. Wir monetarisieren das Know-how unserer Kund:innen nicht über KI. Gleichzeitig entwickeln wir partnerschaftliche Geschäftsmodelle mit Kund:innen, die gemeinsam mit uns Teil einer neuen Datenökonomie werden möchten.
Von Visualisierung und generativen Werkzeugen einmal abgesehen: Wo sehen Sie den größten Einfluss von KI auf Planungsworkflows, insbesondere in Bezug auf Risikominderung und Compliance?
Wir sehen einen erheblichen Mehrwert in der Modellvalidierung, im automatisierten Revisionsvergleich sowie in strukturierten Compliance-Prüfungen – also in Bereichen, in denen regelbasierte Systeme die Qualitätssicherung gezielt stärken können. Durch die Integration von Technologien wie Firmus.ai treiben wir insbesondere den automatisierten Revisionsvergleich in der Baudokumentation voran und helfen Teams dabei, Planungsänderungen zu erkennen, die unter Zeitdruck oft übersehen werden.
Ebenso wichtig ist die Nachvollziehbarkeit. KI-Systeme müssen in transparente Workflows eingebettet sein. Die Anwender:innen behalten jederzeit die volle Kontrolle und können in jeder Phase eingreifen. Von KI erzeugte oder bewertete Ergebnisse sind keine intransparenten Entscheidungen, sondern bleiben Teil eines prüfbaren Prozesses. Ingenieur:innen müssen verstehen, was sich geändert hat und warum, und die Verantwortung für die endgültige Freigabe behalten. KI soll die fachliche Beurteilung unterstützen – nicht ersetzen.
Viele AEC-Unternehmen sorgen sich um Plattformabhängigkeiten, cloudbasierte Upselling-Modelle und eine unvorhersehbare Preisgestaltung. Wie will ALLPLAN hier für mehr Planbarkeit und Offenheit sorgen?
Bedenken hinsichtlich Datensouveränität, Preistransparenz und langfristiger Kontrolle sind absolut nachvollziehbar – insbesondere für Infrastrukturbetreiber und öffentliche Auftraggeber, die Anlagen über Jahrzehnte hinweg betreiben.
Unser Anspruch war es immer, eine Vorreiterrolle bei ethischen Datenstandards einzunehmen. Interoperabilität ist für uns kein Zusatzfeature, sondern von Grund auf in der Architektur unserer Plattform verankert. Unsere Cloud-Lösungen entwickeln wir nach einem API-first-Ansatz und unterstützen eine breite Palette von Dateiformaten – sowohl herstellerneutral als auch anbieterspezifisch. Dadurch können Kund:innen und Partner:innen ALLPLAN in umfassendere digitale Ökosysteme integrieren. Projektdaten müssen unabhängig von Anbieterbeziehungen oder Lizenzmodellen portabel und zugänglich bleiben.
Gleichzeitig brauchen Kund:innen die Sicherheit, dass sie auf ihre Daten zugreifen, diese teilen und weiterverwenden können – auch wenn sich ihr Lizenzmodell ändert. Planbarkeit entsteht durch transparente Lizenzstrukturen, offene Schnittstellen und garantierte Exportmöglichkeiten. Diese Grundlagen stellen sicher, dass die Kontrolle über die Daten jederzeit bei den Kund:innen bleibt.
BIM entwickelt sich von dateibasierten Austauschprozessen hin zu strukturierten, API-basierten Umgebungen und digitalen Zwillingen. Wie wird sich die Rolle von ALLPLAN in diesem Zusammenhang verändern? Und werden Dateien auf absehbare Zeit weiterhin die zentrale vertragliche Schnittstelle bleiben?
Wir beobachten derzeit zwei parallele Entwicklungen. Die erste ist die Weiterentwicklung hin zu intelligenten digitalen Zwillingen. BIM-Daten werden zunehmend in cloudbasierten Umgebungen strukturiert, was einen granularen Zugriff auf Modellinformationen über offene APIs ermöglicht. Seit mehreren Jahren unterstützen wir die Überführung sowohl offener als auch nativer BIM-Daten in datenbankbasierte Architekturen. So können Teams direkt mit den Modellinformationen arbeiten, anstatt sich ausschließlich auf den Austausch von Dateien zu verlassen.
Der zweite Trend besteht darin, dass sich ALLPLAN über die Unterstützung fragmentierter Planungsabläufe hinaus zu einer KI-Plattform entwickelt, die architektonische Entwürfe und Infrastrukturkonzepte orchestriert und in Informationen überführt, die eine zunehmend automatisierte Bauausführung ermöglichen. In diesem Zusammenhang bietet KI ein integriertes Verständnis für wirtschaftliche Zwänge, lokale regulatorische Anforderungen und Leistungskriterien – und berücksichtigt gleichzeitig die Baubarkeit innerhalb robotergestützter Fertigungs- und Logistikprozesse.
Dateien erfüllen jedoch weiterhin eine wichtige vertragliche Funktion. Formate wie IFC bleiben unverzichtbar, wo rechtliche Grenzen und formale Übergabetermine durch dateibasierte Übergaben definiert werden. Das wird auch in absehbarer Zukunft so bleiben.
Die europäische Datenschutzregulierung und digitale Souveränität prägen die Technologielandschaft. Wie beeinflussen diese Faktoren die Cloud- und KI-Strategie von ALLPLAN? Wird dies zu einem Wettbewerbsvorteil für ALLPLAN?
Europa verfolgt bei der Regulierung von KI und Daten einen proaktiven Ansatz und setzt frühzeitig rechtliche und ethische Leitplanken im Technologiezyklus. Rahmenwerke wie der EU AI Act spiegeln diese Haltung wider.
Für Infrastruktur- und öffentliche Projekte hat das konkrete Auswirkungen. In diesen Bereichen werden häufig sensible Informationen verarbeitet, und die Lebenszyklen der Anlagen sind lang. Entsprechend sind Kontrolle über Datenstandorte, Datenverarbeitung und rechtliche Zuständigkeiten von entscheidender Bedeutung.
Diese Faktoren haben unsere Cloud- und KI-Architektur direkt beeinflusst. Die Einhaltung europäischer Standards, ein transparenter Umgang mit Daten sowie eine klare Trennung zwischen Kundendaten und kommerziellen KI-Modellen sind für uns grundlegende Prinzipien.
Für Unternehmen, die KI einsetzen möchten, ohne Persönlichkeitsrechte oder geistiges Eigentum zu beeinträchtigen, bieten wir eine klare Alternative zu Anbietern, die Kunden- und Projektdaten als Teil ihres Geschäftsmodells behandeln. Mit wachsendem Bewusstsein für den strategischen Wert von Bauwerksdaten und unternehmensspezifischem Know-how wird dieser Ansatz zunehmend zu einem Wettbewerbsvorteil. Die Bauindustrie erkennt immer stärker, dass der Schutz ihres Wissens entscheidend ist, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Mit Blick auf die nächsten fünf bis zehn Jahre: Erwarten Sie, dass sich die AEC-Softwarelandschaft auf wenige integrierte Plattformen konzentriert oder sich zu vernetzten Ökosystemen mit Data Lakes und APIs weiterentwickelt? Wie positioniert sich ALLPLAN in diesem Spannungsfeld?
Wir erwarten in den nächsten fünf bis zehn Jahren einen allmählichen Abbau starrer Datensilos in der gesamten Branche. Mit der Weiterentwicklung des strukturierten Datenaustauschs und KI-gestützter Workflows werden die Ineffizienzen isolierter Systeme immer deutlicher sichtbar.
Eine vollständige Konsolidierung zu einem einzigen vertikal integrierten Software-Stack ist jedoch unwahrscheinlich. Dafür ist der AEC-Sektor zu vielfältig und zu stark spezialisiert. Stattdessen gehen wir von offeneren Projektumgebungen aus, in denen spezialisierte Werkzeuge eigenständig bleiben, aber innerhalb vernetzter Datenstrukturen auf Basis von APIs und gemeinsamen Services zusammenarbeiten. Gleichzeitig behalten Fachleute die Kontrolle und können weiterhin jede Entscheidung nachvollziehen und steuern.
Unsere strategische Position konzentriert sich auf Offenheit in der Integration. Wir glauben an vernetzte Ökosysteme statt an geschlossene Systeme. Das Ziel besteht nicht darin, jedes Detail des digitalen Ökosystems zu kontrollieren, sondern sicherzustellen, dass ingenieurtechnisches Know-how und Projektdaten nahtlos zwischen den Tools übertragen werden können, ohne an Bedeutung zu verlieren.




