Fraunhofer ITMP Frankfurt: Die richtige „Dosis“ BIM

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Beim neuen Fraunhofer ITMP in Frankfurt profitiert wörner traxler richter von seiner BIM-Expertise und wählt die richtige „Dosis“ BIM für eine optimale Balance zwischen Effizienz und Datenqualität.

In aller Kürze:

> wörner traxler richter gehört zu den richtungsweisenden Büros im Gesundheits- und Forschungsbau.

> Das neue Fraunhofer ITMP folgt einmal mehr der menschenzentrierten Planungsphilosophie des Architekturbüros.

> Das Projekt wurde von wtr ohne bauherrnseitige Vorgaben mit BIM geplant.

> Auf Basis ihrer langjährigen Expertise im digitalen Planen gelang es den Architekt:innen, mit dem eigenen BIM-Bürostandard eine optimale Balance zwischen Effizienz und Datenqualität herzustellen.


Building Information Modeling (BIM) entwickelt sich zunehmend zum Planungsstandard im Bauwesen. Dafür gibt es zahlreiche Gründe – allen voran die höhere Präzision und bessere Fehlervermeidung, die letztlich mehr Planungs- und Kostensicherheit ermöglichen. Doch nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch zwangsläufig praktikabel. In der Planung entscheidet daher häufig die richtige „Dosis“ BIM über die Effizienz. Von welchen BIM-Anwendungsfällen profitiert das vorliegende Projekt? Wo bietet die BIM-Methode einen echten Mehrwert? Diese Fragen stellte sich wörner traxler richter (wtr) beim neuen Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie ITMP in Frankfurt am Main. Die Antworten basieren auf der langjährigen Erfahrung des Büros in der modellbasierten Planung.

wörner traxler richter zählt im Gesundheits- und Forschungsbau zu den richtungsweisenden Architekturbüros. Daneben umfasst das Portfolio des renommierten Architekturbüros mit Niederlassungen in Frankfurt am Main, Dresden, München und Basel auch Schulen, Kulturbauten und Wohngebäude sowie die Entwicklung von städtebaulichen Konzepten und Masterplänen. Im Zentrum sämtlicher Planungen steht dabei stets der Mensch – insbesondere im Gesundheitsbau. wtr verknüpft hier eine heilsame, genesungsfördernde und anregende Architektur mit einem tiefen Verständnis für Bedürfnisse und Funktionsabläufe. Die Architekt:innen nennen das „gebaute Wertschätzung“. Auch das Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie ITMP folgt dieser Philosophie.

Bindeglied und Impulsgeber in der medizinischen Forschungslandschaft

Das Fraunhofer ITMP erforscht und entwickelt innovative Methoden zur „Früherkennung, Diagnose und Therapie von Erkrankungen infolge gestörter Funktionen des Immunsystems“. Der Neubau soll mit modernster Forschungsinfrastruktur dazu beitragen, dass Forschungsergebnisse noch zielgerichteter in konkrete Anwendungen mit direktem Nutzen für Patient:innen überführt werden. Dabei bereichert er nicht nur die medizinische Forschungslandschaft in Frankfurt, er nimmt auch einen prominenten Platz in ihrer Geografie ein: Das Gebäude befindet sich südlich des Campus der Uniklinik Frankfurt (Campus Niederrad), von dem es durch eine ICE-Trasse räumlich getrennt ist. Das Institut soll hier als Bindeglied zwischen dem Campus und den übrigen Forschungseinrichtungen jenseits der Bahntrasse dienen, zugleich aber auch Impulse für die Entwicklung eines lokalen „Mini-Campus“ geben.

Für die patientenzentrierte Forschung und Entwicklung bündelt das neue Forschungsgebäude erstmals die geballte Kompetenz des Fraunhofer ITMP unter einem Dach. Die rund 3.800 Quadratmeter Nutzfläche des fünfgeschossigen Gebäudes umfassen neben einem Seminarraum Büros und Labore, die strukturell getrennt voneinander auf unterschiedliche Gebäudeseiten verteilt sind. Das Raumprogramm ist so gestaltet, dass es sich flexibel an veränderte Anforderungen anpassen lässt. Insgesamt finden rund 100 Mitarbeitende ihren Platz am nunmehr fünften Standort des Fraunhofer ITMP (neben Berlin, Hamburg, Göttingen und Penzberg). Im halböffentlichen Erdgeschoss fungiert eine eng mit dem Außenbereich verzahnte Cafeteria gleichzeitig als Begegnungsstätte zwischen Patient:innen, Forschenden, Gästen und Mitarbeitenden anderer Forschungseinrichtungen in der Umgebung.

„Wohl dosiertes“ BIM beim Fraunhofer ITMP

Ein integraler Bestandteil der Arbeit von wörner traxler richter ist die BIM-basierte Planung. Das Architekturbüro ist auch hier Vorreiter und setzt seit vielen Jahren auf die digitale Planungsmethode. Ein Erfahrungsschatz, der den Architekt:innen besonders zugutekommt, wenn sie autonom entscheiden können, „wie viel“ BIM bei einem Projekt eingesetzt werden soll. Genau das war beim Fraunhofer ITMP der Fall. Seitens des Bauherrn gab es keinerlei Vorgaben bezüglich Building Information Modeling. Daher stellte man sich die Frage, welche Anwendungsfälle in welcher Tiefe für das Projekt vorteilhaft wären.

Das Ergebnis ist ein gezielt pragmatischer, nutzenorientierter Open-BIM-Ansatz, auf Basis eines bürointern entwickelten Standards. Als Grundlage diente ein 3D-Modell in ALLPLAN, das wtr sowohl für die Entwurfsentwicklung, Kommunikation, Mengen- und Kostenermittlung als auch für die Koordination mit der Tragwerks- und TGA-Fachplanung nutzte. Dabei wurde die Detailtiefe bewusst begrenzt, um eine optimale Balance zwischen Effizienz und Datenqualität zu erreichen. Dieser BIM-Standard bot wichtige Mehrwerte – etwa einen modellbasierten Austausch mit der Tragwerksplanung in der Ausarbeitung komplexer Tragstrukturen oder Kollisionskontrollen am Modell, während unnötige, aufwendige Prozesse vermieden wurden.