5 Projekte, die zeigen, wie BIM den Infrastrukturbau verändert
Schnell und präzise zugleich? Mit parametrischer Planung lässt sich in Infrastrukturprojekten der alte Widerspruch auflösen und echte Effizienz herstellen.
In aller Kürze: > Parametrische Planung beschleunigt Infrastrukturprojekte und reduziert Planungsfehler durch automatisierte Folgeanpassungen. > ALLPLAN Civil ermöglicht vollständig parametrische Modelle für Straßen, Schienen, Brücken, Tunnel und Stützmauern. > Am Oberalppass erleichtert die Software die Modellierung einer komplexen, geschwungenen Stützmauer. > Bei der K2b-Erneuerung wurden individuelle Bauteilgeometrien, Verankerungen und Bewehrungen automatisiert geplant. > Yüksel Proje verkürzt mit dem parametrischen 3D-Workflow die Tunnelplanung von mehreren Tagen auf wenige Minuten. |
Angesichts immer höherer Baukosten ist Effizienz mittlerweile das höchste Gut eines jeden Bauvorhabens. Dies gilt umso mehr für Infrastrukturprojekte. Längere Bauzeiten bedeuten hier nicht nur höhere Kosten, sie verlängern auch Störungen im Verkehrsnetz – mit weitreichenden Folgen für ganze Regionen. Nicht minder folgenreich sind allerdings auch Planungsfehler, vor allem wenn sie erst im Nachhinein erkannt werden. Eine effiziente Planung muss daher schnell und präzise zugleich sein. Während Schnelligkeit und Präzision in der Vergangenheit einander meist noch ausschlossen, ermöglicht (und bestärkt) parametrisches Planen inzwischen ihre Gleichzeitigkeit. Drei Beispiele verdeutlichen, wie ALLPLAN Civil diese Entwicklung voranbringt.
Kleine Änderungen ziehen häufig umfangreiche Anpassungen nach sich. In der klassischen Infrastrukturplanung bedeutet das neben erheblichem Aufwand gleichzeitig eine hohe Fehleranfälligkeit. Wer noch im präparametrischen Zeitalter verhaftet ist, hat so schnell noch einige „Baustellen“ mehr zu bewältigen. In einer parametrischen Infrastrukturplanung werden hingegen die erforderlichen Folgeänderungen automatisiert und regelbasiert durchgeführt. Das spart nicht nur Zeit, sondern reduziert auch maßgeblich Fehler, die sich bei händischen Anpassungen leicht einschleichen können. Als umfassende Infrastrukturlösung ermöglicht es ALLPLAN Civil, Infrastrukturbauten wie Straßen, Schienen, Brücken, Tunnel oder auch Stützmauern komplett als parametrische Modelle und somit schneller und sicherer zu planen.
Station Oberalppass: Höchste Haltestelle der Matterhorn-Gotthard-Bahn
Die höchste Haltestelle der Matterhorn-Gotthard-Bahn – die Station Oberalppass – soll voraussichtlich ab 2031 erneuert sowie nach den Regelungen des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) umgebaut werden. Zu den erforderlichen Baumaßnahmen gehören unter anderem der Bau zweier neuer Bahnsteige, einschließlich der zugehörigen Gleise und eines Abstellgleises, sowie barrierefreier Zugänge.
Im Zentrum dieses alpinen Bauvorhabens steht eine neue seeseitige Stützmauer, die sowohl für den äußeren Bahnsteig als auch für die Gleisgeometrie benötigt wird. Um das Seeufer gemäß den Umweltauflagen möglichst unberührt zu lassen, folgt die Mauer in geschwungener Form dessen Umrissen. Schällibaum Ingenieure und Architekten nutzte die fordernde Modellierung des Bauwerks als Schulungsgegenstand für eine eintägige Ausbildung in ALLPLAN Civil und schlug damit sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Stützmauer konnte so sehr viel leichter modelliert und an Änderungen angepasst werden und das Büro erhielt eine wichtige Grundlage für das parametrische Planen in künftigen Projekten.
Spektakuläres Lehnenbauwerk am Vierwaldstättersee: Erneuerung der K2b
Wir bleiben in der Schweiz: Zwischen den Kantonen Luzern und Schwyz musste zuletzt die Kantonstrasse K2b auf einem 400 Meter langen Abschnitt erneuert und an geltende Normen angepasst werden. Dies erforderte insbesondere den Bau eines 313 Meter langen Lehnenbauwerks, das neben enormen konstruktiven Anforderungen auch hohen ästhetischen Ansprüchen zu genügen hatte.
Um die Auflage des Landschaftsschutzes eines organisch anmutenden Bauwerks zu erfüllen, bedurfte es einer speziellen rückverankerten Rippenkonstruktion, deren Rippen in geringen Abständen von lediglich vier Metern zueinander liegen. Da sich die Konstruktion mit Gelände und Straße ändert, weist jede Rippe eine eigene Geometrie auf. Aus diesen und anderen Gründen setzte das verantwortliche Ingenieurbüro Bänziger Partner bei der Planung auf ein parametrisches Modell in ALLPLAN Civil. Neben dem Betonbauwerk wurden alle permanenten ungespannten und vorgespannten Anker sowie die Mikropfähle modelliert. Anhand des Modells ließ sich unter anderem auch die komplexe Bewehrung des Bauwerks automatisiert erstellen.
Yüksel Proje: Vollständig parametrischer 3D-Workflow dank ALLPLAN Civil 2026
Wenn jemand weiß, was parametrische Planung in Infrastrukturprojekten messbar an Zeit einspart, dann ist es wohl Yüksel Proje. Das türkische Ingenieurbüro ist in mehr als 40 Ländern im Infrastrukturbau tätig und setzt bei der Planung seiner Projekte mittlerweile vollständig auf einen parametrischen 3D-Workflow. Dank ALLPLAN 2026 betrifft dies inzwischen auch die Tunnelplanung.
Der Tunnelbau hat seine ganz eigenen Herausforderungen. Dies gilt insbesondere für Tunnel, die mithilfe von Tunnelbohrmaschinen gebaut werden. Die einzelnen Ringsegmente sind hier schräg oder konisch geformt, um der Krümmung der Trasse zu folgen, was bedeutet, dass sich jedes Segment in seiner Geometrie und der Anordnung der Bewehrung geringfügig unterscheidet. Manuelle Berechnungen und Modellierungen dieser Abweichungen sind extrem aufwendig und fehleranfällig. Tunnelbauwerke, die mithilfe der Neuen Österreichischen Tunnelbauweise (NÖT) hergestellt werden, bedürfen wiederum einer Fülle an Bewehrungs- und Aushubdaten, die in herkömmlichen Planungsumgebungen zu Leistungsengpässen führen.
Aufgrund dieser Widrigkeiten mussten Ingenieur:innen bislang zunächst in 2D arbeiten und ihre Pläne zu Visualisierungs- oder Koordinationszwecken anschließend noch einmal in 3D nachbauen. Dank der neuen Funktion „Tunnelmodellierung – Parametrische Präzision“ in ALLPLAN Civil 2026 konnte Yüksel Proje diese erzwungene Ineffizienz nun jedoch endlich hinter sich lassen. Trassierung, Querschnittsgeometrie und Ausführungsdaten werden jetzt in einem intelligenten Modell zusammengeführt. Wiederkehrende Aufgaben wie die Modellierung von Tübbingringen, Verbindungselementen und Bewehrungsanordnungen entstehen durch Eingabe weniger Parameter. Mehrtägiger manueller Arbeitsaufwand wird damit auf Minuten reduziert. Zugleich sorgt die Leistungsfähigkeit von ALLPLAN Civil 2026 dafür, dass selbst hochdetaillierte NÖT-Planungen flüssig und interaktiv bearbeitet werden können.
Fazit: Echte Effizienz geht nur mit parametrischer Planung
Die drei Beispiele zeigen: Wer in Infrastrukturprojekten nach Effizienz trachtet, kommt an einer parametrischen Planung nicht vorbei. Anders lässt sich der Anspruch, Projekte schnell und präzise zugleich zu planen, nicht umsetzen. ALLPLAN Civil bietet hierfür ein leistungsstarkes Planungswerkzeug, das sämtliche Bereiche des Infrastrukturbaus abdeckt und somit einen vollständig parametrischen 3D-Workflow ermöglicht.




