Christen AG nutzt BIM2Field bei neuem Produktionswerk für Holzfaserdämmplatten

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Beim Bau eines Werks für Holzfaserdämmplatten in Küsnacht greift die Christen AG wiederholt zu BIM2Field. Neben positiven Aspekten wurden auch Verbesserungspotentiale identifiziert.

Die Schilliger Holz AG betreibt in der Schweiz und in Frankreich neben verschiedenen Sägewerken diverse Hobel-, Holzleim- und Plattenwerke sowie Trocknungsanlagen und ein Druckimprägnierwerk. Zur Ausweitung seiner Bauproduktsparte baut das international tätige Holzverarbeitungsunternehmen aktuell in Küsnacht nun noch ein Werk zur Produktion von Holzfaser-Dämmplatten. Dieses soll nach langer Zeit wieder die Herstellung des Dämmmaterials aus heimischen Hölzern ermöglichen. Mit der Ausführung des wegweisenden Projekts wurde die Christen AG beauftragt. Das Bauunternehmen hatte in einem früheren Bauvorhaben bereits Erfahrungen mit BIM2Field gesammelt. Eher zufällig knöpfte man beim Dämmplattenwerk daran an und konnte einige neue wertvolle Einsichten für die digitale Baustelle sammeln.

Nach seiner Fertigstellung soll das neue Produktionswerk eine Bruttogeschossfläche von 6.000 Quadratmetern umfassen. Zur möglichst effizienten Nutzung der Flächen erfolgt die Produktion der Holzfaserdämmplatten auf zwei Etagen. Daneben ist ein Hochregallager für die Lagerung fertiger Produkte vorgesehen. Mit seinen imposanten, rund 40 Meter hohen Außenwänden dürfte das gewaltige Industriebauwerk weithin sichtbar sein. Um diese enormen Ausmaße sensibel in die Umgebung zu integrieren, ist die Fassade in nicht-reflektierendem Anthrazit gehalten. Holz wird in dem Werk indes nicht nur zur Dämmplattenherstellung genutzt: Ein werkeigenes mittelgroßes Holzheizkraftwerk unterstützt den Produktionsbetrieb mit einer nachhaltigen Energieversorgung.

Spontane Entscheidung für BIM2Field mit BIMPLUS

Für die Tragwerksplanung des Werks zeichnen bsp Ingenieure aus Küsnacht verantwortlich. Als die ausführende Christen AG feststellte, dass das Büro modellbasiert plante, verständigten sich beide spontan auf die Einrichtung einer digitalen Baustelle. Während das Bauunternehmen zwei Jahre zuvor schon einmal „BIM2Field“ gearbeitet hatte, betrat das Ingenieurbüro mit dem Schritt in die papierlose Ausführung hingegen Neuland. Für einen reibungslosen Ablauf wurden daher noch Expert:innen von ALLPLAN Schweiz zur Unterstützung bei der technischen Umsetzung ins Boot geholt.

Als Plattform für die BIM-basierte Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten und letztlich für die Nutzung der Modelle auf der Baustelle diente ALLPLAN BIMPLUS. Die Bauarbeiter profitierten hierdurch unter anderem von der integrierten Schnittstelle zur Leica iCON-Technologie, mit der sich Bauteile exakt abstecken und messen lassen. Auch erleichterte BIMPLUS unter anderem die Vorbereitung zur Betonbestellung über die automatische Mengenermittlung aus den Modellen heraus.

Erfahrungen mit BIM2Field: Vorteile und Verbesserungspotenzial

Die Vorerfahrung mit BIM2Field brachte für die Christen AG den großen Vorteil mit sich, dass sie ihre baustellenspezifischen Bedürfnisse nun besser formulieren konnte. So war das Bauunternehmen im Vorfeld in der Lage, seine Anforderungen an die Modelle für die Ausführung klar zu definieren. An manchen Stellen zeigte sich bislang allerdings durchaus noch Verbesserungspotenzial. Dies betraf etwa die Koordination zwischen Modellen im Tief- und Hochbau. Hier wurde deutlich, dass es eines dedizierten Managers oder Koordinators für diese Aufgabe bedarf. Luft nach oben gab es zudem noch in der Abstimmung zwischen den Planer:innen zur effizienteren Gestaltung des Gesamtprozesses.

In Summe überwogen jedoch die positiven Eindrücke. So verbesserte sich etwa die Vermessung durch die räumliche Darstellung im Vergleich zu 2D-Plänen erheblich. Aufgrund des wegfallenden Planversands wurden außerdem Kosten gespart. Zudem bedurfte es keiner separaten Georeferenzierung mehr, da die verwendeten Modelle bereits georeferenziert sind. Die Vorarbeiter konnten somit selbständig die betreffenden Bauteile am Bildschirm vor Ort wählen und vermessen.

Herausforderungen für BIM2Field

Die Christen AG wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft wieder papierlos arbeiten. Die zahlreichen Learnings aus nunmehr zwei BIM2Field-Projekten bilden hierbei eine solide Basis, auf der digitale Baustellen künftig noch sehr viel effizienter umgesetzt werden dürften. Allerdings bleiben einige Herausforderungen bestehen. Neben Unterschieden im Implementierungsgrad von BIM zwischen Bauunternehmen und Planungsbüros erweist sich vor allem die Ausschreibung als Hürde: BIM-Ausschreibungen bieten für BIM2Field-Anwendungen derzeit noch zu wenig Positionen, weshalb das ausführende Unternehmen das Risiko für diese Leistungen trägt. Um die fehlenden Informationen im Schweizer Normpositionen-Katalog (NPK) auszugleichen, müssen Modelle daher momentan noch manuell vermessen werden. Das ist zwar technisch leicht umsetzbar, jedoch letztlich nicht effizient.