Ingenieure ohne Grenzen: Bessere Hygiene für eine Mädchenschule in Kenia

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Ingenieure ohne Grenzen schaffen an der Sekenani Girls High School die Grundlagen für bessere Hygiene und ein funktionstüchtiges Wassermanagement im Lebens- und Schulalltag.

In aller Kürze:

> An der Sekenani Girls High School in Kenia leben und lernen rund 950 Mädchen unter unzureichenden Hygiene- und Wasserbedingungen.

> Bis Ende 2027 sollen neue Sanitäranlagen, filtriertes Brunnenwasser sowie eine nachhaltige Abwasserentsorgung entstehen.

> Eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher soll zudem die häufig instabile Stromversorgung verbessern.

> FRILO unterstützt das Projekt bei der Tragwerksplanung.

> Workshops zu Hygiene und Wassermanagement sowie die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern sollen die langfristige Nachhaltigkeit sichern.


Rund 950 Mädchen lernen und leben an der Sekenani Girls High School im kenianischen County Narok. Aktuell teilen sich hier durchschnittlich circa 120 Schülerinnen jeweils eine Waschkabine und eine Toilette, was dem Vierfachen des empfohlenen UN-Standards (maximal 30 Mädchen) entspricht. Zudem stammt das zum Kochen und Waschen verwendete Trinkwasser momentan aus dem 250 Meter entfernten Sekenani-Fluss. Da es keine Anlage zur Wasserentsorgung gibt, verunreinigt das Abwasser das Erdreich. Ein Projekt von Ingenieure ohne Grenzen, Lions Club International sowie dem lokalen Nashulai Maasai Conservancy soll hier deshalb bis Ende 2027 für deutliche Verbesserungen sorgen. Neben neuen Sanitäranlagen umfasst es auch eine bessere Wasserversorgung. Die Planung der Baumaßnahmen wird unter anderem durch FRILO unterstützt.

Ein Projekt, viele Baustellen und Arbeitsbereiche

Das Projekt setzt sich aus drei Teilbereichen zusammen: Das Team WASH ist für die Planung der Wasser- und Hygienekomponenten zuständig. Dabei geht es sowohl um eine Trinkwasserversorgung mit lokal gewonnenem, filtriertem Brunnenwasser als auch um die Entsorgung und Verwertung von Abwasser. So sollen etwa nährstoffreiche Abwässer einer geplanten Biogasanlage zugeführt werden. Für Grauwasser ist wiederum eine Reinigung mittels dezentraler, stromloser Kiesfilteranlagen mit anschließender Versickerung vorgesehen.

Das Team Bau befasst sich in erster Linie mit der Errichtung neuer beziehungsweise der Erweiterung bestehender Sanitäranlagen. Insgesamt sollen rund 40 Toiletten und darüber hinaus Räume für die Körper- und Menstruationshygiene geschaffen werden. Das verwendete Toilettensystem des kenianischen Herstellers Sato-Lixil gewährleistet mit einem integrierten Geruchsverschluss für einen hohen Hygienestandard und dafür, dass nur wenig Wasser für die Spülung benötigt wird. Darüber hinaus ist unter anderem ein Küchenblock geplant. Eine besondere Herausforderung besteht dabei in der Verwendung dreier unterschiedlicher Versorgungssysteme, um für die Kochkessel die erforderliche Energie bereitstellen zu können.

Da die aktuelle Stromversorgung über das lokale Netz durch häufige Ausfälle gekennzeichnet ist, befasst sich das Team Erneuerbare-Energie mit der Aufgabe, ein nachhaltiges Stromnetz für die Girls High School zu etablieren. Hierzu soll insbesondere eine 15-kWp-Photovoltaikanlage mit einem 25-kWh-Batteriespeicher installiert werden. Ein bereits vorhandener Notstromgenerator soll die Anlage unterstützen.

Support durch FRILO

In der Tragwerksplanung wird das Projekt von FRILO unterstützt. Ingenieur Simon Mühlbauer berichtet: „Ich habe FRILO in einem Statikbüro kennengelernt, in dem ich als Werkstudent gearbeitet habe. Dementsprechend war es auch in diesem Fall meine erste Wahl. Aber zusätzlich zu meinen Vorkenntnissen ist die Ausgabe von FRILO vor allem praktisch, um Bauteile im Team diskutieren zu können – beispielsweise mit den Projekt-Architekten oder mit den Prüfstatikern der Kompetenzgruppe von Ingenieure ohne Grenzen. Die Ausgabe der Bauteilbemessung ist intuitiv gut verständlich und umfasst alles Relevante, ohne zu umfangreich für den Austausch zu sein.“

Konkret wurde FRILO bisher zur Berechnung des Tragwerks eines Waschgebäudes eingesetzt. Dabei wurden der Stahlfachwerk-Dachstuhl, der Ringanker, die Stützen und die Streifenfundamente jeweils als einzelne Positionen berechnet. „Vor allem die Berechnung des Stahlfachwerkbinders für das Dachtragwerk konnte sehr leicht durch das entsprechende Modul in FRILO umgesetzt werden“, erklärt Simon Mühlbauer. „Auch ließ sich das Aussteifungssystem leicht umsetzen. Wir befinden uns in einem Erdbebengebiet und konnten durch die Anpassung der Lagereigenschaften und die Berücksichtigung der Horizontalkräfte das Tragwerk auf eine horizontale statische Ersatzlast bemessen. Darüber hinaus ist die Ausgabe der Bewehrungsbilder hilfreich für die fortführenden Zeichnungen der Bewehrungspläne.“

Nachhaltigkeit durch Wissenstransfer und enge Kooperation

Parallel zu den Baumaßnahmen werden die Schülerinnen vor Ort im Rahmen von Workshops und Trainings durch das Nashulai Maasai Conservancy zu Hygiene und nachhaltigem Wassermanagement geschult. Der Wissenstransfer sowie die enge Kooperation mit der Schule, den lokalen Behörden und Partnern sollen die Nachhaltigkeit des Projekts gewährleisten. Der Projektabschluss ist für Ende 2027 vorgesehen.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 200.000 Euro. Den Großteil der Finanzierung übernimmt Projektinitiator Lions International/WaSH. Zusätzliche Fördermittel kommen von der Lions Clubs International Foundation (LCIF). Wer dieses und ähnliche Projekte aktiv unterstützen möchte, kann direkt an Ingenieure ohne Grenzen spenden.